Landtagswahl 2000

Wahlplakat Heide Simonis

Die Landtagswahl 2000 fand am 27. Februar 2000 statt. Spitzenkandidatin war die seit 1993 amtierende Ministerpräsidentin Heide Simonis.

Ausganglage

Zur Landtagswahl 2000 stellte dann die CDU den ehemaligen Generalsekretär und Verteidigungsminister Volker Rühe aus Hamburg auf, von dem sie sich wohl genügend Zugkraft erhoffte.

Landeswahlkonferenz

Auf der Landeswahlkonferenz in Damp wurde am 9. Oktober 1999 die Landesliste gewählt und Heide Simonis mit 97,42 % als Spitzenkandidatin nominiert.

WIN-SH 2000

Zur Landtagswahl 2000 formierte sich die erste Online-Wählerinitiative. Gerda Petrich erinnert sich:

"Der Landtagswahlkampf 1999/2000 war in Schleswig-Holstein dann schon ein echter Online-Wahlkampf, und wir gründeten mit WIN-SH 2000 die erste deutsche Online-Wählerinitiative! Wir betreuten die Webseiten: www.win-sh2000.de, www.Heide-Simonis.de und www.Heidehats.de und publizierten zeitnah (d. h. noch in der gleichen Nacht) aktuelle Berichte mit Fotos von allen wichtigen Wahlkampfveranstaltungen im Land."[1]
Plakat der Jusos

Auch Markus Hagge erinnert sich:

"Im Wahlkampf kam dann WIN-SH2000, was mit Wahlkampf im Netz – Schleswig-Holstein 2000 zu übersetzen ist, zum Einsatz. Wir waren nach außen die Online-Wählerinitiative und nach innen das Online-Team des Wahlkampfs, fuhren zu Veranstaltungen, schrieben Berichte und machten Fotos (ich legte mir meine erste Digitalkamera mit 0,7 (!!!) Megapixel zu), die dann auf den verschiedenen Online-Plattformen (z. B. auf der Homepage der Spitzenkandidatin unter www.heide-simonis.de) veröffentlicht wurden.
Interessant ist sicher unser damaliges Equipment. Zu den "Berichtsterminen" war es häufig nur die Digitalkamera (wobei nicht alle eine hatten, ich erinnere mich an einen Genossen – ich meine aus Kiel -, der in solchen Fällen nur zum Fotografieren anreiste), an "Unterwegs"-Berichterstattung war mangels mobilem Internet sowieso nicht zu denken. Das wurde allerdings dann noch in der gleichen Nacht von zu Hause aus nachgeholt. Bei Infoständen landete aber nicht selten auch der schwere Röhrenmonitor und der PC-Tower im Kofferraum, Laptops hatten wir nicht, an Flachbildschirme war noch nicht zu denken."[2]

"HEIDE hats"

Plakat der Frauen-Wählerinitiative "Heide hats"

In der Wählerinneninitiative "Heide hats" engagierten sich "Starke Frauen für Heide Simonis". Initiatorinnen waren Annegret Bergmann, Ute Büchmann, Yvonne Deerberg, Karin Halbe, Ute Kohrs-Heimann, Kerstin Ohms, Anna Schlosser-Keichel und Irene Schöne. Zu den Erstunterzeichnerinnen gehörten zum Teil bundesweit bekannte Frauen - Schauspielerinnen, Künstlerinnen und Professorinnen wie Senta Berger, Jutta Speidel oder Prof. Dr. Gesine Spieß.[3] Auf der Homepage hieß es:

"Anfang Oktober 1999 haben sich Frauen aus Schleswig-Holstein zur Initiative HEIDE hats zusammengeschlossen. Ziel dieser Gruppe ist es, die Kandidatur der ersten und bisher einzigen Ministerpräsidentin Deutschlands, Heide Simonis, zu unterstützten. [...] Da die Federführung des Projekts bei Frauen liegt, ist es naheliegend, dass wir alle Frauen in Schleswig-Holstein ansprechen wollen. Im HEIDE hats-Team arbeiten sowohl SPD-Frauen als auch parteilose Frauen mit. Mit HEIDE hats möchten wir alle Gruppen, Familienfrauen wie berufstätige Frauen, Single-Frauen wie verheiratete Frauen, junge wie ältere Frauen usw. ansprechen. Dabei werden wir Männer nicht ausschließen. Natürlich können auch sie unsere regionalen Kulturveranstaltungen oder die Veranstaltung in der MUK besuchen. Das Programm jedoch werden ausschließlich Frauen gestalten (Schriftstellerinnen, Musikerinnen, Sängerinnen und andere Künstlerinnen). Auch der Aufruf und die Anzeigenkampagne "Starke Frauen für Heide Simonis" werden ausschließlich von Frauen unterschrieben. Unser Ziel ist es, dass Frauen in einem zweiten Schritt meinungsbildend auf Männer wirken."[4]

Den ganzen Februar 2000 gab es Veranstaltungen der Wählerinneninitiative. Mit dabei waren zum Beispiel der Kabarettist Dieter Hildebrandt, die Musikerin Inga Rumpf und der Schriftsteller Günter Grass.[5]

Regierungsprogramm

Ergebnis

Prozent Änderung Sitze
SPD 43,1 % +3,3 41
CDU 35,2 % -2,0 33
FDP 7,6 % +1,9 7
GRÜNE 6,2 % -1,9 5
SSW 4,1 % +1,6 3
Sonstige 3,7 %

Wahlbeteiligung: 69,5 %

  • SSW = Südschleswigscher Wählerverband

Koalition mit Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Der Koalitionsvertrag wurde am 26. März 2000 auf dem Landesparteitag in Lübeck beschlossen. Im Kabinett bekamen die Grünen das Umweltministerium und das Ministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familie.

Bilder



  1. Gerda Petrich: "Mein" VOV, 19.7.2015
  2. Markus Hagge: Vom VOV über SPD-NET-SH zu den WebSozis – Unterschiede und Gemeinsamkeiten, 15.6.2015
  3. heidehats.de: Erstunterzeichnerinnen und Initiatorinnen, WayBackMachine Snapshot vom 5.3.2001
  4. heidehats.de: Informationen, WayBackMachine Snapshot vom 5.3.2001
  5. heidehats.de: Informationen, WayBackMachine Snapshot vom 5.3.2001