Claus Möller

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Claus Möller
Claus Möller
Geboren: 19. März 1942

Claus Möller, *19. März 1942 in Bornhöved, Beamter bei der Deutschen Bundesbahn, später hauptamtlicher Dezernent in Kiel und Landesminister. Seit 1963 Mitglied der SPD, zur Zeit im Ortsverein Suchsdorf im Kreisverband Kiel.

Parteiämter

Claus Möller wurde 1975 Kreisvorsitzender. In der Mitte sein Vorgänger Karl-Heinz Luckhardt, rechts der alte und neue Stellvertreter Otto Balzersen.
  • Von 1971-1975 war Claus Möller Schatzmeister, von 1975-1977 1. Vorsitzender, von 1981-1983 Beisitzer und von 1983-1987 wieder 1. Vorsitzender des Kreisvorstandes des Kreisverbandes Kiel.
  • Am 13. April 2003 stellte er sich zur Wahl als Landesvorsitzender, nachdem sein Vorgänger Franz Thönnes im ersten Wahlgang nicht wiedergewählt worden war und seine Kandidatur zurückzog.
  • 2003-2011 war er Vorsitzender des Bundesparteirates, bis dieser auf Grund der Parteireform durch den Parteikonvent ersetzt wurde.
  • Am 23. April 2005 wurde er auf dem Landesparteitag im Casino der Stadtwerke Kiel erneut zum Landesvorsitzenden gewählt. 2007 trat er nicht wieder an. Sein Nachfolger wurde Ralf Stegner.

Kommunalpolitik

Stadtrat Claus Möller (4. v.l.) während einer Sitzung der Ratsfraktion im November 1987
  • 1974-1981 war Claus Möller Mitglied der Kieler Ratsversammlung, ab 1975 als SPD-Fraktionsvorsitzender
  • 1980 gab es Mutmaßungen, er wolle sich um die Nachfolge von Günther Bantzer bewerben, als dieser wissen ließ, dass er nicht wieder als Oberbürgermeister antreten werde.[1] Er lehnte es jedoch ab, sich zu bewerben.
  • 1981-1988 hauptamtlicher Dezernent für Personal, Ordnung und Stadtreinigung, ab 1986 auch für Umweltschutz, in Kiel. In dieser Funktion hatte er mit der Hausbesetzerszene[2] in Kiel zu tun. Vor dem Bau der Einkaufspassage "Sophienhof" wurden die Wohnhäuser, die dafür abgerissen werden sollten, aus Protest gegen die Vernichtung günstigen Wohnraums besetzt.[3] In einem Rückblick anlässlich des 25. Jahrestages der Hausbesetzungen wurde Claus Möller neben Hans Mehrens, dem damaligen Leiter des Liegenschaftsamtes, als "größte Reizfigur für die Szene" bezeichnet.[4]

Landesregierung

  • 1988-1993 Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Energie
  • Am 24. März 1993 Berufung zum Minister für Arbeit, Soziales, Jugend, Gesundheit und Energie im 3. Kabinett Engholm
  • Am 19. Mai 1993 Berufung zum Minister für Finanzen und Energie im 1. Kabinett Simonis
  • 1993-1996 außerdem stellv. Ministerpräsident
  • 2003 aus der Landesregierung ausgeschieden

Stimmen

Über Claus Möllers Zeit als Finanzminister schreibt der Blogger und ehemalige Mitarbeiter Swen Wacker:

"Es gibt Menschen, die haben einen Blick für Dinge, der ihre Mitarbeiter in den schie­ren Wahnsinn trei­ben kann. Claus Möller ist so einer. Ich wurde, als er 1993 zum Minister für Finanzen und Energie ernannt wurde, der Leiter sei­nes Ministerbüros, spä­ter eine Zeitlang sein Pressesprecher. Zahlen sind nicht so mein Ding. Ich fühle sie eher, als dass ich mit ihnen rechne. Claus aber konnte einen ebenso kom­ple­xen wie sei­ten­lan­gen Vorgang in die Hand neh­men, schein­bar plan­los durch­blät­tern und dann unver­mit­telt den Pressesprecher oder den Haushaltsreferenten anschauen und mit gespiel­ter Empörung sagen: 'Das kann nicht sein, das müs­sen 14,7 sein. Frag mal Jochen. Das kann nicht stim­men. Das werde ich Heide so nicht sagen.' Dann bekam man den Vorgang wie­der in die Hand gedrückt und wenn man Glück hatte, war der Haushaltsreferent schon am Rechnen und sagte nach 2 Minuten: 'Mist. Ja. Stimmt: 14,7.' Claus Möller konnte mit Zahlen umge­hen."[5]

Ehrungen

Claus Möller, 2017

Am 18. Januar 2013 wurde Claus Möller mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet, der höchsten Ehrung, die die SPD an Mitglieder vergibt. In der Laudatio würdigte Kreisvorsitzender Rolf Fischer die "Verdienste um die Wahrung von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit" seines Vorgängers und charakterisierte ihn als "bodenständig und bürgernah, gleichzeitig bebel- und bibelfest".[6]

Sonstiges

  • Synodaler der Nordelbischen evangelisch-lutherischen Kirche
  • Langjährige Mitarbeit im Kirchenvorstand der Gemeinde Suchsdorf
  • Im Vorstand des Kieler Stadtklosters

Links

Quellen

  1. Gottfried H. Philipp: Günther Bantzer wird nicht wieder als Oberbürgermeister kandidieren, Kieler Nachrichten, ??.7.1979
  2. Christa Geckeler Kieler Erinnerungstag: 3. Dezember 1980 - Besetzung des Sophienhofes
  3. Filmgruppe Chaos: Der Häuserfilm (1983), 168 Min
  4. Martin Geist: Vor 25 Jahren wurde das erste Kieler Haus im Sophienblatt besetzt, Kieler Nachrichten, 3.12.2005
  5. Swen Wacker: Über das Verwenden von Zahlen in der politischen Argumentation, Landesblog, 17.2.2012
  6. Kieler Nachrichten, 26.1.2013